Nebbiolo

Servus ihr Korknasen. Heute geht es um eine Rebsorte, die ebenso wie der Syrah und Cabernet Sauvignon zu den Edelrebsorten gehört. Der Nebbiolo. Die größte Fläche findet ihr im Piemont in Norditalien. Woher der Name kommt, daran scheiden sich die Geister. Manche glauben daran, dass der Nebel welcher zur Lesezeit durch die Hügel zieht des Überbringer ist. Manche beziehen sich auf eine feine milchige Schicht welche die Beeren zur Reife umschmiegt. Fakt ist, für wahre Weinfreunde ist er ein Genuss mit vielen feinen Unterschieden in den Anbaugebieten.

Herkunft des Nebbiolo

Der Nebbiolo stammt aus dem Norden Italiens, genauer gesagt aus dem Piemont. Die hier im Norden befindlichen Berge halten kühle Nordwinde und zu viel Niederschlag von den Weinbergen fern. Das Klima ist gemäßigt kontinental mit kalten Wintern und eher kühlen Sommern. Die daraus resultierende lange Vegetations- und Reifephase begünstigt eine voll ausgereifte Traube mit guter Säurestruktur. Die prestigeträchtigsten Gemeinden für Nebbiolo sind Barolo und Barbaresco. Da Barbaresco in Höhenmetern gerechnet etwas tiefer liegt, ist es hier auch wärmer und in den Tälern sammelt sich ein feucht warmes Klima was zu einer beschleunigten Reife füht und dadurch den Charakter des Weines maßgeblich mitbestimmt.

Charakteristik

Der Nebbiolo ist eine Rotweinsorte mit weniger Farbetiefe, dafür umso kräftigere Tannin- und Säurestruktur. Typisch reife Nebbiolo zeigen Aromen von Sauerkirsche, Rosen und Veilchen im Einklang mit Trüffel, Nelke, Zimt, Wacholder und Bitterschokolade. Nebbiolo sind zumeist schwere Weine und für die nicht so routinierten Weintrinker auch manchmal anstrengend. Das ist der perfekte Wein für tiefe Gespräche, für die Begleitung von Wild und Schmorgerichten. Reich an Alkohol, fett im Gaumen, intensiv und fordernd.

Barolo und Barbaresco- Wo ist der Unterschied?

Ich habe mich lange damit geplagt herauszufinden worin der wirklich signifikante Unterschied zwischen Nebbiolo aus Barolo und Nebbiolo aus Barbaresco besteht. Wenn man viele Weine probiert hat mag der oder die Kenner/in den feinen Unterschied blind erschmecken. Dafür braucht es aber viel Übung und wirklich feine sensorische Fühler. Grundsätzlich kann man sagen, Barolo ist der kernigere, kantigere Tannine und spürbarere Säure sorgen dafür, dass er mehr Lagerpotential hat, und auch braucht um seine volle Eleganz zu entfalten. Der Barbaresco kann im Durchschnitt als etwas weicher und früher zugänglich bezeichnet werden. Wie aber im Weinbau so üblich ist der Boden ein wesentlicher Faktor für die schlussendliche Aromenvielfalt und auch Säureeindrücke im Wein.
Vor allem in den DOCGs, den geschützten kleinen Gemarkungen, kann es Überschneidungen der Bodenarten geben. So gibt es Böden mit mehr Sand oder mehr Mergelanteil in jeweils beiden DOCGs. Was widerum dazu führt, dass ein Barolo mal einem Barbaresco mehr ähnelt als einem anderen Barolo.

Unbedingt probieren?

Diese Rebsorte wird selten als Verschnitt angeboten, trotzdem noch mal ganz klar: Natürlich die reinen Nebbiolo aus Barolo und Barbaresco testen! Probieren geht über studieren. Wer sich mit Säure und Tannin noch etwas schwer tut sollte auf die Suche nach einem Roero DOCG gehen. Das ist ebenfalls ein Nebbiolo, allerdings von leichteren sandigen Böden und damit weicher im Mundgefühl.

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